Starke Moral wird mit einem Punkt belohnt
TSV Wolfschlugen — SV Leonberg/Eltingen 35:35
Was für ein Handballabend in Wolfschlugen! Unsere Männer des SV Leonberg/Eltingen lieferten sich mit dem TSV Wolfschlugen ein intensives und bis zur allerletzten Sekunde spannendes Duell. Nach 60 Minuten, einer beeindruckenden Aufholjagd und einem echten Handballkrimi stand ein 35:35 (20:15) auf der Anzeigetafel. Ein Punkt, der vor allem eines unterstreicht: Diese Mannschaft gibt niemals auf. Vor rund 400 Zuschauern erwischten wir zunächst den besseren Start. Paul Schreiner eröffnete die Partie mit dem 1:0, anschließend fand Wolfschlugen jedoch schnell seinen Rhythmus und drehte die Begegnung. Beim 5:5 war noch alles offen, danach gelang es den Gastgebern zunehmend, sich Vorteile zu erarbeiten. Über 10:9 und 14:11 setzte sich der TSV Stück für Stück ab. Vor allem in der Schlussphase der ersten Halbzeit mussten wir einige Rückschläge hinnehmen. Aus einem 18:14 wurde zwischenzeitlich ein 20:14, ehe Paul Schreiner mit seinem Treffer zum 20:15 zumindest noch einmal verkürzen konnte. Mit einem Fünf-Tore-Rückstand ging es in die Kabine – und nach dem 21:15 unmittelbar nach Wiederbeginn schien die Aufgabe nicht einfacher zu werden. Doch was unsere Mannschaft anschließend zeigte, war eine starke Reaktion. Mit viel Energie, Entschlossenheit und deutlich mehr Zugriff kämpften wir uns Tor um Tor zurück. Aus dem 21:15 wurde innerhalb weniger Minuten ein 21:19. Und damit nicht genug: Beim 21:21 war die Partie plötzlich wieder völlig offen. Roman Salathe und Niklas Bolkart setzten in dieser Phase wichtige Akzente, während die gesamte Mannschaft spürbar an die eigene Chance glaubte. Beim 23:21 hatten wir das Spiel schließlich komplett gedreht und lagen erstmals seit der Anfangsphase wieder vorne. Wolfschlugen hielt dagegen, glich zum 23:23 aus und übernahm wenig später beim 25:24 erneut die Führung. Es entwickelte sich nun genau das Spiel, das die Zuschauer bis zur letzten Sekunde in seinen Bann ziehen sollte: intensiv, temporeich und mit ständig wechselndem Momentum. Auch ein erneuter Drei-Tore-Rückstand beim 25:28 brachte uns nicht aus dem Konzept. Wieder arbeitete sich die Mannschaft heran – und dieses Mal gelang sogar der nächste Führungswechsel. Beim 30:28 lagen wir selbst mit zwei Treffern vorne. In der Schlussphase wurde es dann endgültig zum Handballkrimi. Paul Schreiner übernahm immer wieder Verantwortung und war mit insgesamt zehn Treffern unser erfolgreichster Torschütze des Abends. Beim 34:32 hatten wir den Auswärtssieg greifbar nahe, doch Wolfschlugen fand noch einmal zurück und stellte auf 34:34. Dann die letzten Sekunden: Julius Träger traf 19 Sekunden vor dem Ende zum 35:34 für unsere Farben. Der Jubel war groß, die Hoffnung auf zwei Punkte riesig. Doch der TSV bekam noch eine letzte Gelegenheit – und Lukas Francik nutzte sie praktisch mit der Schlusssirene zum 35:35. Natürlich schmerzt ein Ausgleich in der allerletzten Sekunde zunächst. Doch der Blick auf die gesamten 60 Minuten erzählt vor allem eine andere Geschichte: Nach einem Sechs-Tore-Rückstand zu Beginn der zweiten Halbzeit hat sich unsere Mannschaft eindrucksvoll zurückgekämpft, das Spiel gedreht und bis zum Ende alles investiert. Diese Moral, dieser Zusammenhalt und die Bereitschaft, auch in schwierigen Phasen weiter an die eigene Stärke zu glauben, nehmen wir mit. Am Ende steht ein Punkt aus Wolfschlugen – und eine Leistung, auf der wir gemeinsam aufbauen können. Für den SV Leonberg/Eltingen spielten: Paul Schreiner (10), Roman Salathe (6), Bastian Laib (5), Constantin Kost (3), Yannik Oral (3), Julius Träger (3), Niklas Bolkart (3), Jonas Egly (1), Tim Schwert (1), Samuel Ghafari, Theophil Hofmann, Silas Nilli und Joshua Denk.
Autor:in: Stefan Schuster